Wissenschaftliche Beiträge


Meine Arbeit beruht auf einer geisteswissenschaftlichen Tradition, die zurück in die antike Philosophie reicht. Aristoteles, Platon, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang Goethe, Wilhelm von Humboldt, Adam Smith, Georg Simmel und Hannah Arendt sind zentrale Denker, auf die ich mich in meinen Forschungen beziehe. Sie an die empirischen Sozial- und Kulturwissenschaften anzubinden, sehe ich im Sinne des Humboldt’schen Bildungsideals als meine Aufgabe.

BÜCHER

Emotionale Bildung. Die vergessene Seite der Bildungsdebatte.
Tagungsband. Herausgegeben mit Andreas Zimmermann. Verlag Dr. Kovac Hamburg 2018

Ehre revisited – Die Charakterhaltung als gesellschaftliche Grundlage.
Dissertation. Tectum Verlag Baden-Baden 2017

 

ARTIKEL

Ehre und Würde. Ein kulturphilosophischer Essay
IN: Bewusstseinswissenschaften. Transpersonale Psychologie und Psychotherapie. Unabhängige Fachzeitschrift. Erscheint im November 2019!

Kulturelle und schichtspezifische Prägungen.
Die Transformation kollektiv-emotionaler Muster als Weg zu individueller Freiheit.
IN: Sigg, Gabriele/ Zimmermann, Andreas (Hrsg.) (2018):
Emotionale Bildung. Die vergessene Seite der Bildungsdebatte.
Verlag Dr. Kovac Hamburg. S. 31-49

 

VORTRÄGE – SPEECHES

Ehre und Würde.
Zur Notwendigkeit beider Begrifflichkeiten. 

Symposium am Universitätsklinikum Regensburg: Würde. Weil wir sie brauchen.
11.- 12. Oktober 2019, Regensburg

Ehre und Recht.
Die fehlende Ausbildung des inneren Rechtsempfindens in der Moderne.

VI. Tagung für Praktische Philosophie,
27.-28. September 2018, Salzburg, Österreich

The Honourable Merchant.
Framing the impact of »The Person« on economic systems.

13th Conference of the European Sociological Association,
29th August-1st September 2017, Athens, Greece

The Grand Bazaar in Istanbul.
Honour in trade as an overseen aspect of the Turkey-
related honour research
Turkologentag 2016, Second European Convention on Turkic,
Ottoman and Turkish Studies.
14.-17. September 2016, Universität Hamburg

Die kulturellen Voraussetzungen wirtschaftlichen Handelns.
Der ehrbare Kaufmann als
Regulativ eines rein systemischen Blicks
auf wirtschaftssoziologische
Zusammenhänge.
Jahrestagung der Sektion Wirtschaftssoziologie der DGS
17.-18. März 2016, Georg-August-Universität Göttingen

Handel und Handeln auf dem Großen Basar in Istanbul.
Veränderungen des
Handelshabitus von einer vorkapitalistischen zu einer kapitalistischen Ökonomie.
Workshop: Junge Türkeiforschung in Deutschland II – Arbeitsfelder und Perspektiven. Wochenendworkshop organisiert vom Türkei-Europa-Zentrum Hamburg und Network Turkey am 02./03. März 2012

Lehrveranstaltungen Universität


Hier finden Sie ausgewählte themenbezogene Seminare, die ich an der Universität Regensburg, Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft sowie an der Universität Tübingen, Weltethos-Institut angeboten habe bzw. wiederholt anbiete. Es handelt sich sowohl um Seminare für Bachelor- (B.A.) als auch Master- (M.A.) Studierende.

Universität Tübingen, Weltethos-Institut

SOMMERSEMESTER 2019 & 2020

Freie Marktwirtschaft, Ehre und Gerechtigkeit – Handelspraktiken im interkulturellen Vergleich zwischen Ost und West (B.A.)
Moderne (westliche) Gesellschaften sind vielfach stolz auf ihre formale und rationale Organisation. Feste Preise und schriftliche Verträge sind kennzeichnend für das »Gleichheitsprinzip« (John Rawls), auf welches die westliche Welt vorherrschend baut. In einer globalisierten Welt, die ein gemeinsames Ethos sucht, kann der Westen jedoch seine Prinzipien nicht anderen Ländern aufzwingen. Östliche Kulturen bauen vielfach auf das »Beitrags- bzw. Bedürfnisprinzip« (Aristoteles). Dieses betrachtet Gerechtigkeit abhängig von Person, Ort und Situation und ist mit unserem Ehrgefühl verbunden.
Auf dem Großen Basar in Istanbul lassen sich idealtypisch westliche und östliche Handelsgebaren empirisch beobachten, sodass uns dieser Ort als Forschungsfeld dient.
Im Seminar werden wir die Vor- und Nachteile des »Gleichheitsprinzips« und »Bedürfnisprinzips« diskutieren und uns fragen, wie unter Einbezug beider Prinzipien ein gemeinsam geteiltes Weltethos aussehen kann.

 

Universität Regensburg, Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft

SOMMERSEMESTER 2019

Frau – Mann. Gender – Sex. Diskurse und Positionen der Geschlechterforschung (B.A.)
Traditionelle Geschlechterrollen wurden durch die sogenannte Gender-Forschung in Frage gestellt und dekonstruiert. Nicht mehr eine vorgegebene Natur, sondern die soziokulturellen Bedingtheiten würden Frauen und Männer formen. »Man wird nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht«, so Simone de Beauvoir, eine tragende Säule der Frauenbewegung. Gleichzeitig regen sich im öffentlichen Diskurs immer mehr Stimmen gegen das sogenannte »Gender-Mainstreaming«. Der alte Diskurs von Natur und Kultur ist entfacht. Die Fronten scheinen verhärtet. Darüber hinaus vernachlässigt die gegenwärtige Geschlechterforschung die männliche Sicht auf die Emanzipation.
Ziel des Seminars ist es, eine ausgewogene Sicht auf das Geschlecht als kulturelle Kategorie zu werfen. In einem ersten Schritt muss dazu die historische Genese der Geschlechterforschung und ihre zentralen Positionen und Strömungen verstanden werden. Dazu bedarf es die von Frauen dominierte Sicht auf die Geschlechterfrage um den Blick der Männer zu erweitern, da man sich nur so einer objektiven Sicht annähern kann. Als dritten Aspekt muss eine selbstreflektierte Sicht auf die Geschlechterfrage geworfen werden, die auch die biologische Komponente miteinbeziehen kann.

Migration, Bildung und Habitus. Kaleidoskop migrantischer Lebensstile in Deutschland (M.A.)
»Wir haben Arbeitskräfte geholt und es sind Menschen gekommen.« Diese vielzitierte Aussage von Max Frisch beschreibt wohl treffend die Situation von Erwartung und Realität, der im Zuge der Gastarbeiteranwerbung ins Land geströmten Menschen. Im Seminar wollen wir die Geschichte der verschiedenen Gruppen der Gastarbeiter (Italiener, Griechen, Türken) nachzeichnen, um die Probleme der nachfolgenden Generationen besser verstehen zu können. Zentral wird die Vertiefung der Habitustheorie (Bourdieu) und Lebensstilkonzeption (Simmel und Bourdieu) sein, die uns als theoretisches Modell zur Erforschung dient. Nach einem allgemeinen historischen wie theoretischen Überblick werden wir uns exemplarisch die vielfältigen Lebensstil- und Bildungsentwürfe der Migranten in Deutschland anschauen, was auch mit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Diskussion um »Bildungserfolg« und »Chancengleichheit« einhergehen soll.
Ziel des Seminars sind zentrale Entwicklungen der Migrationsbewegungen sowie die unterschiedlichen Problematiken der verschiedenen Gruppen zu verstehen. Darüber hinaus soll die Anwendung theoretischer Konzepte auf kulturelle Phänomene anhand zentraler kulturwissenschaftlicher Begrifflichkeiten wie »Habitus« und »Lebensstil« vertieft werden.

WINTERSEMESTER 2018/19

Ehre und Recht I: Ehrenmord, traditionelle Geschlechterrollen und wissenschaftliche Verantwortung (M.A.)
Der türkische Ehrbegriff wird bislang ausschließlich im Feld der traditionellen Rollenvorstellungen von Mann und Frau verortet (namus). Damit einhergehend gewinnt insbesondere der sogenannte »Ehrenmord« an wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung. Das Seminar hinterfragt den Begriff des »Ehrenmordes« als zulässige Kategorisierung mit einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Fachgeschichte. Da die Ehre ein transdisziplinärer Begriff ist, ist eine adäquate Begriffsbestimmung ohne Einbeziehung der Philosophie erkenntnistheoretisch unzureichend. Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit der bisherigen Ehrforschung und theoretisch-philosophischen Fundierung, reflektiert das Seminar die Rolle des Wissenschaftlers zwischen Neutralität und Verantwortung.
Ziel des Seminars ist es kulturelle Werte und Normen im Kontext einer kultur-wissenschaftlichen Rechtsforschung zu dekonstruieren und durch die Betrachtung »des Fremden« die eigene kulturelle Brille kritisch zu hinterfragen. Das Seminar soll außerdem dazu befähigen zentrale Begriffe der Conditio Humana kulturwissenschaftlich und philosophisch im Sinne des Humboldt’schen Bildungsgedanken zu verbinden.

Ehre und Recht II: Handelsehre, Der Große Basar in Istanbul und die kulturelle Genese ethischer Praktiken (M.A.)
Die bisherige kulturwissenschaftliche Ehrforschung fokussierte sich auf geschlechtsbezogene Ehrvorstellungen. Im Seminar wird das bisher übersehene Forschungsfeld der Ehre im öffentlichen Leben der traditionellen Gesellschaft (Handelsehre) am Beispiel des Großen Basars in Istanbul behandelt. Dabei werden die türkischen Begrifflichkeiten für Ehre: »namus« (Geschlechtsidentität), »şeref« (Ansehen/äußere Ehre), »saygı« (Respekt), »onur« (Ehre/Würde) sowie die neue Kategorie der Handelsehre »dürüst« sinnverstehend geordnet. Nach der Untersuchung der historischen Genese des »Ehrbaren Kaufmannes« am Beispiel des türkischen Ahilik-Systems werden unterschiedliche Praktiken westlichen und östlichen Geschäftsgebarens im interkulturellen Vergleich an den Konzepten von »Bedürfnisprinzip« (Aristoteles) und »Gleichheitsprinzip« (John Rawls) diskutiert. Ziel des Seminars ist es kulturelle Werte und Normen im Kontext einer kulturwissenschaftlichen Rechtsforschung sinnverstehend zu interpretieren. Neben kulturellen Unterschieden sollen am Beispiel der Handelsehre auch die Gemeinsamkeiten einer transkulturellen Ethik am Begriff der Ehre eruiert werden.

 

Philosophische Schriften


In der antiken Philosophie war das göttlich-geistige oder spirituelle eine selbstverständliche Grundlage von Wissenschaft. Göttliche Inspiration war ein Qualitätsmerkmal der damaligen Philosophie, die Denken und Fühlen, Theorie und Praxis, Kunst und Wissenschaft sowie auch Körper, Geist und Seele in Zusammenhängen verstand.

Der Begriff »Esoterik« ist heute vielfach miss- und umgedeutet. Esoterik stammt von altgriechisch ἐσωτερικός (lat. esōterikós; dt. »innerlich«), dem inneren Bereich zugehörig. Aristoteles verfasste esoterische wie exoterische Schriften. Die esoterischen Schriften waren dem inneren, einem ausgewählten Kreis von Schülern, zugeordnet, die ernsthafte Bestrebungen in ihrem geistigen Wachstum an den Tag legten. Heute wird dieses innere Wissen in vielfältiger Weise einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

BÜCHER

Ehre und Algorithmus.
Freiheit und Selbstverantwortung in der digitalen Gesellschaft

Crotona Verlag 2018

 

ARTIKEL

Ehre und Ehrgefühl. Ihre Reise zu einer Kategorie des Herzens
IN: Tattva Viveka 72: Das Herz: Quelle der Weisheit und Wahrheit. Berlin, S. 18-28.

Das Sehen als weibliche Form der Erkenntnis. Ein theoretischer Versuch
IN: Tattva Viveka 67: Sehen 2.0. Integrierte weibliche und männliche Erkenntnis. Berlin, S. 8-18.

Zwischen Freiheit und Verbundenheit.
Das Geld als Mittel zu einer höheren Kultursynthese

IN: Tattva Viveka 59: Die spirituelle Bedeutung von Geld. Berlin, S. 18-28.

Weitere Artikel finden Sie hier.

 

VORTRÄGE

Der Ehrbegriff wurde kulturhistorisch vielfach missbraucht. Insofern ist eine Abwehrhaltung dagegen äußerst verständlich. Mir geht es darum, dass wir wieder Zugang zu unserem eigenen inneren Ehrgefühl erlangen, welches uns dann individuell im Leben leitet. Dazu ist es notwendig uns emotional und nicht nur intellektuell damit auseinanderzusetzen. Das geht nicht immer schmerzfrei, weil unsere Ehre verletzbar ist. Wir wurden in unserer Ehre kollektiv verletzt, weshalb hier eine kulturelle Aufarbeitung notwendig ist. Meine Vorträge sind somit keine rein geistigen Angelegenheiten, sondern laden die Anwesenden immer zur Auseinandersetzung mit sich selbst ein. Dies ist immer eine freie Entscheidung.

Ehre am Arbeitsplatz. Wie fühlt es sich an, an einem Ort zu arbeiten, wo wir menschlich und materiell wertgeschätzt werden?
Input beim DeepTalk von GesellschaftSEIN. Digital.Work.Health. 18.04.2018 in Berlin

Ehre und Liebe. Versöhnung des männlichen und weiblichen Prinzips
Vortrag beim BlockSeminar von Dr. Maik Hosang am Weltethos-Institut Tübingen: Co-Kreative Liebe und gesellschaftliche Transformation. 8.-10. Dezember 2017