Hier schreibe ich kurze Beiträge zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und gebe philosophische Impulse. Mein Anliegen ist hier in knapper Form, wichtige Aspekte zu vermitteln. Zur Vertiefung empfehle ich meine Bücher 😉

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Für ein zufriedenes Leben bedarf es nach altgriechischer Philosophie einer sehr altmodischen Qualität: der Ausbildung von Tugenden, wir können dies heute auch mit Herzensqualitäten übersetzen. Herzensqualitäten sind Güte, Liebe, Barmherzigkeit, aber auch Gerechtigkeit, Ehre, Tapferkeit/Mut, Vertrauen/Glaube usw.
Zur Ausbildung von Herzensqualitäten bedarf es zweier Fähigkeiten, die im Menschen innewohnen: das Fühlen zu bilden wie das Denken.

Wissenschaft wird heutzutage fast ausschließlich mit Naturwissenschaft gleichgesetzt. Dem war nicht immer so. Vielmehr ist es ein relativ junges Phänomen, das die Naturwissenschaft mit der sogenannten Aufklärung im 18. Jahrhundert ihren Siegeszug erreichte.
Das fühlende Prinzip der Seele erschließt sich über Intuition und einer hohen fühlenden Kompetenz, die sich auch in östlichen Kulturen verstärkt wiederfinden. […]

Für unsere Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass wir mindestens neun Jahre zur Schule gehen, um unseren Verstand auszubilden. Uns ist klar, dass wir nicht einfach denken können, nur weil sich in unserem Kopf ein Gehirn befindet, sondern, dass wir die Anlagen dazu haben, die aber ausgebildet werden müssen. Wie kommen wir also darauf, dass wir Fühlen natürlicherweise können, ohne das Gefühlsleben auszubilden?

ODER: Warum der gerechte Preis nicht unbedingt für alle gleich sein muss.
In der westlichen Welt herrscht die Idee vor, dass alle Menschen gleich seien und das gerecht sei. Das ist nicht falsch, nur einseitig.
Seit der Aufklärung rühmt sich die westliche Welt mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Der rationale Verstand hat in diesem Zuge eine Überhöhung erhalten, die in der Geschichte der Menschheit seines gleichen sucht. Formale Prinzipien, Verträge und Feste Preise sind Resultate und Lösungsmittel des Verstandes.

Im Jahr 2018 erhielten die Begriffe „Ehrenmann und Ehrenfrau“ ein Revival, und zwar von einer Generation, von der man es vermutlich nicht erwarten würde: Es wurde zum Jugendwort des Jahres 2018 gewählt. In Berlin sprach ich mit den drei Gymnasiasten Ester, Marlene und Thure, alle im Alter von 17 Jahren, über ihre Eindrücke und Erfahrungen mit den Begriffen der „Ehre“ und dem Jugendwort: „Ehrenmann & Ehrenfrau“.