Das ABC der Gefühle: Warum man Gefühle und Emotionen ausbilden muss

 

Für unsere Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass wir mindestens neun Jahre zur Schule gehen, um unseren Verstand auszubilden. Uns ist klar, dass wir nicht einfach denken können, nur weil sich in unserem Kopf ein Gehirn befindet, sondern, dass wir die Anlagen dazu haben, die aber ausgebildet werden müssen. Wie kommen wir also darauf, dass wir Fühlen natürlicherweise können, ohne das Gefühlsleben auszubilden?

 

 

Seele, Emotion und Gefühl

Für manche Menschen ist es nicht möglich, ihre Gefühle zu fühlen. Sie fühlen meistens nichts oder sind gekonnte Verdränger unerwünschter Emotionen. Wie sollten sie es auch besser wissen, „lehrt“ unsere Gesellschaft nämlich genau dies: Gefühle und Emotionen zu verdrängen.

Diese unbewusste „Lehre“ kann den patriarchalen Religionssystemen wie auch spirituellen Lehren zugeschrieben werden. Für die Erleuchtung oder Erlösung galten Emotionen und Gefühle lange zeit als „störend“ als verhindernd und nieder. Nun darf nicht der Fehler begangen werden das böse „Patriarchat“ für alles verantwortlich zu machen. Das Patriarchat ist einseitig, nicht falsch, genauso wie das Matriarchat. Um was es in dieser Zeit geht, ist das Fühlen auszubilden und in eine kymische Hochzeit mit dem Denken zu bringen, um zu einem integrierten Geist-Seele-Menschen zu werden.

 

Geist, Verstand und Intellekt

Wichtig ist hierbei auch den Unterschied von Geist, Verstand und Intellekt zu erkennen. Heute wird vielfach nur der Verstand und Intellekt beachtet, die beide hilfreiche Diener sind. In der Bildung bei Platon war die höchste Form von Erkenntnis mit dem altriechischen Begriff „νους“ (lat. nous) bezeichnet, das heute nicht selten auf ein rationales Denken reduziert wird. „Nous“ war aber vielmehr als was wir heute unter „Denken“ verstehen, es war eine Art intuitives Denken. Denken wird heute mit „rationalem Denken“ gleichgesetzt.

Die Ratio Verhält sich zum Geist wie die Emotion zum Gefühl. Sie ist eine wenig entwickelte Stufe der Erkenntnisfähigkeit sowie ein Mensch, der ständig unkontrollierte Emotionsausbrüche ausagiert, als emotional reifer Mensch bezeichnet werden kann. Wir sehen dies Kindern nach, weil sie noch nicht die emotionale Reife besitzen, ihre Emotionen angemessen zu steuern. Da wir jedoch in unserer Gesellschaft nicht lernen mit den Emotionen umzugehen, landen die Emotionen im Unbewussten und fördern etwa passiv-aggressives Verhalten.
Wir können somit nur klar denken, wenn unser Gefühlsleben intakt und ausgeglichen ist.

 

 

Bauch-, Herz und Kopfgehirn

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass wir wohl mehrere Gehirne haben. Im Bauch sitzen unsere Emotionen, die uns aber nur hilfreiche Anweisungen durch das sogenannte „Bauchgefühl“ geben können, wenn sie aufgearbeitet und in reines Fühlen transformiert werden. Solange wir hier unbewusste „Leichen“ in uns tragen verwirren sie Verstand und Intuition. Der Kopf ist ein wichtiger Ratgeber und das Herz ist das integrierte Organ, welches fühlend denkt. Reines Fühlen soll also reines Denken ergänzen und nicht gar dagegen ausgespielt werden.
Das Herz ist kein seichtes Gehirn, wie es uns in diversen Liebesromanzen vorgespielt wird. Es ist kristallklar und kann SEHEND die Welt wahrnehmen. Es freut sich an der Liebe, Mitgefühl und Barmherzigkeit ebenso wie an Ehre, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Um diese Qualitäten im Herzen auszubilden, ist es unumgänglich nicht nur unseren Verstand, sondern auch unser Gefühl zu bilden, denn die emotionalen Verkrustungen verschleiern die klare geistig-seelische Sicht des Herzens.